Welche Techniken verwenden Sie?
Wenn Sie zum ersten Mal Amigurumis häkeln, ist es hilfreich, eine Grundanleitung zur Hand zu haben. Mit den hier erklärten Maschen können Sie alle Modelle aus diesem Buch nachhäkeln. Probieren Sie die verschiedenen Maschen erst mit einem Stück Restgarn aus, bevor Sie mit einem Projekt beginnen. So können Sie die Anleitungen besser verstehen, kennen die Abkürzungen und müssen nicht immer wieder zu diesen Seiten zurückblättern.
Luftmasche (Lm)
Dies ist die Basis für viele Häkelanleitungen.
Wenn Sie in Reihen arbeiten, besteht Ihre erste Reihe aus mehreren Luftmaschen. Legen Sie das Garn zu einer Schlinge. Ziehen Sie den langen Faden mit der Häkelnadel durch die Schlinge (1) und ziehen Sie die Schlinge fest (2). Wickeln Sie den Faden von hinten nach vorne über die Häkelnadel. Ziehen Sie dann die Nadel mit dem Faden durch die Schlinge, die sich bereits auf der Nadel befindet (3). Nun haben Sie die 1. Luftmasche gehäkelt.
Wiederholen Sie die Schritte so oft, wie in der Anleitung angegeben, um eine Luftmaschenkette zu häkeln (4).

Kettmasche (Km)
Eine Kettmasche wird verwendet, um eine Arbeit schön abzuschließen oder um verschiedene Teile aneinander zu befestigen. Stechen Sie mit der Nadel in die nächste Masche ein (1). Wickeln Sie den Faden um die Nadel, ziehen Sie ihn durch die Masche und sofort danach durch die Schlinge auf der Häkelnadel (2).

Feste Masche (fM)
Stechen Sie mit der Nadel in die 2. Luftmasche ab der Nadel ein (1), holen Sie den Faden und ziehen Sie ihn durch die Luftmasche (2). Es liegen nun 2 Schlingen auf der Nadel. Holen Sie den Faden erneut und ziehen Sie ihn durch beide Schlingen (3). Nun haben Sie die 1. feste Masche gehäkelt (4).Häkeln Sie eine 2. feste Masche in die nächste Luftmasche (5) und wiederholen Sie dies bis zum Ende der Reihe (6). Dort angekommen häkeln Sie 1 Luftmasche, um den Faden in die passende Höhe für die 1. Masche der nächsten Reihe zu bringen (7). Wenden Sie Ihre Häkelarbeit. Nun können Sie die nächste feste Masche in die 1. feste Masche arbeiten (die Wendeluftmasche zählt nicht als Masche!). Um eine Masche in eine Masche der Vorreihe zu arbeiten, stechen Sie unter beiden Maschengliedern – also beiden Fäden – der Masche der Vorreihe ein (8).

Halbes Stäbchen (hStb)
Wickeln Sie den Faden von hinten nach vorne über die Nadel und stechen Sie mit der Nadel in die 1. Masche ein (nach 2 Wendeluftmaschen) – die Schlinge auf der Nadel zählt nicht als Masche (1). Holen Sie den Faden und ziehen Sie ihn durch die Masche. Nun haben Sie 3 Schlingen auf der Nadel (2). Holen Sie den Faden erneut und ziehen Sie ihn durch alle 3 Schlingen auf der Nadel (3). Nun haben Sie das 1. halbe Stäbchen gehäkelt. Für das nächste wickeln Sie den Faden wieder um die Nadel und stechen in die nächste Masche ein (4).

Stäbchen (Stb)
Wickeln Sie zunächst den Faden von hinten nach vorne über die Nadel und stechen Sie dann in die 1. Masche ein (nach 3 Wendeluftmaschen) – die Schlinge auf Ihrer Nadel zählt dabei nicht als Masche (1). Holen Sie den Faden und ziehen Sie ihn durch die Masche. Nun haben Sie 3 Schlingen auf der Häkelnadel (2). Holen Sie den Faden erneut und ziehen Sie ihn durch die ersten beiden Schlingen auf der Nadel (3). Nun haben Sie noch 2 Schlingen auf der Häkelnadel. Holen Sie den Faden ein letztes Mal und ziehen Sie ihn durch die verbleibenden 2 Schlingen auf der Nadel (4). Jetzt haben Sie ein Stäbchen gehäkelt. Um weitere Stäbchen zu häkeln, wickeln Sie erst den Faden um die Nadel, bevor Sie in die nächste Masche einstechen (5).

Doppelstäbchen (DStb)
Wickeln Sie den Faden zweimal von hinten nach vorne über die Häkelnadel. Stechen Sie in die 1. Masche ein (nach 4 Wendeluftmaschen) – die Schlinge auf der Nadel zählt nicht als Masche (1). Holen Sie den Faden und ziehen Sie ihn durch die Masche. Nun haben Sie 4 Schlingen auf der Häkelnadel (2). Holen Sie den Faden erneut und ziehen Sie ihn durch die ersten beiden Schlingen auf der Nadel (3). Nun haben Sie noch 3 Schlingen auf der Häkelnadel. Wickeln Sie den Faden erneut um die Häkelnadel und ziehen Sie ihn durch die nächsten beiden Schlingen auf der Nadel (4). Nun haben Sie noch 2 Schlingen auf der Nadel. Holen Sie den Faden ein letztes Mal und ziehen Sie ihn durch die verbleibenden 2 Schlingen (5). Nun haben Sie ein Doppelstäbchen gehäkelt. Um weitere Doppelstäbchen zu häkeln, wickeln Sie zunächst den Faden zweimal um die Nadel, bevor Sie in die nächste Masche einstechen.

Unsichtbare Abnahmen (abn)
Verwendet man die gewöhnliche Abnahmemethode, können kleine Knubbel oder Löcher entstehen. Das unsichtbare Abnehmen ist eine gute Alternative, da die Abnahmen dabei wie ganz normale Maschen aussehen und die Häkelarbeit dadurch ein gleichmäßigeres Aussehen erhält. Stechen Sie dazu nur in das vordere Maschenglied der 1. Masche ein. Danach stechen Sie sofort in das vordere Maschenglied der 2. Masche ein (1). Nun haben Sie 3 Schlingen auf der Häkelnadel. Holen Sie den Faden und ziehen Sie ihn durch die ersten beiden Schlingen (2). Holen Sie den Faden erneut und ziehen Sie ihn durch die 2 verbliebenen Schlingen auf der Nadel (3). Nun haben Sie eine unsichtbare Abnahme gearbeitet.

2 Maschen unsichtbar abnehmen (2 M abn)
Gelegentlich müssen mehr als 2 Maschen gleichzeitig zusammengehäkelt werden. In diesem Beispiel zeigen wir eine unsichtbare Abnahme aus 3 Maschen. Stechen Sie nur in das vordere Maschenglied der 1. Masche ein. Stechen Sie dann sofort in das vordere Maschenglied der 2. Masche und danach in das vordere Maschenglied der 3. Masche ein (1). Nun haben Sie 4 Schlingen auf der Häkelnadel. Wickeln Sie den Faden um die Nadel und ziehen Sie ihn durch die ersten 3 Schlingen (2). Holen Sie den Faden erneut und ziehen Sie ihn durch die 2 verbliebenen Schlingen auf der Nadel (3). Nun haben Sie eine unsichtbare Abnahme mit 3 Maschen gearbeitet, also 2 Maschen abgenommen.

Zunahmen (zun)
Um eine Zunahme zu arbeiten, häkeln Sie einfach 2 feste Maschen in eine einzige Masche. In der Anleitung steht beispielsweise: ”2 fM, 1 M zun; ab * wiederholen“. Das bedeutet, dass Sie in alle Maschen eine feste Masche häkeln, außer in jede 3. Masche. Hier häkeln Sie jedes

Fadenring
Ein Fadenring ist der ideale Beginn für das Häkeln in Runden. Der Vorteil besteht darin, dass am Ende kein Loch in der Mitte der 1. Runde entsteht. Dafür häkeln Sie zuerst die benötigte Anzahl an Maschen über einen verstellbaren Fadenring und ziehen danach mit dem Faden die Schlinge fest zusammen.Legen Sie zuerst den Faden über Kreuz zu einem Ring (1). Stechen Sie die Nadel in diesen Ring ein und holen Sie den langen Faden nach vorne (2). Ziehen Sie den Faden nicht zu fest an. Sie brauchen einen lockeren Ring. Halten Sie den Ring mit Mittelfinger und Daumen der linken Hand fest und und legen Sie den langen Faden über Ihren Zeigefinger (3). Häkeln Sie eine Luftmasche, indem Sie den Arbeitsfaden um die Nadel wickeln und ihn durch die Schlinge auf der Nadel ziehen (4). Ziehen Sie die Luftmasche fest (5).
Führen Sie die Nadel unterhalb des Endfadens durch den Ring und holen Sie den Faden als Schlinge durch (6). Jetzt liegen 2 Schlingen auf der Häkelnadel. Wickeln Sie den Faden erneut über die Nadel und ziehen Sie ihn durch beide Schlingen (7). Nun haben Sie die 1. feste Masche in den Fadenring gearbeitet (8). Häkeln Sie auf diese Weise nun so viele Maschen wie in der Anleitung angegeben. Fassen Sie jetzt das kurze Fadenende und ziehen Sie vorsichtig daran (9). Sie sehen nun, wie einer der beiden Fäden den Ring zusammenzieht. Ziehen Sie so den Ring vollständig zusammen (10). Sie können jetzt mit der 2. Runde beginnen und in die 1. feste Masche der Vorrunde häkeln. Mit einem Maschenmarkierer merken Sie sich leichter, wo die Runde beginnt. Wenn Ihnen diese Methode nicht zusagt, können Sie auch folgendermaßen vorgehen: Häkeln Sie 2 Luftmaschen, arbeiten Sie anschließend so viele feste Maschen wie benötigt in die 2. Luftmasche und schließen Sie die Runde mit einer Kettmasche.

Um eine Luftmaschenkette herumhäkeln
Bei einigen Teilen beginnen Sie mit einem Oval statt mit einem Kreis. Um ein Oval zu arbeiten, häkeln Sie um eine Luftmaschenkette herum, statt in einen Fadenring zu häkeln. Häkeln Sie eine Luftmaschenkette mit der in der Anleitung angegebenen Anzahl von Luftmaschen. Stechen Sie Ihre Nadel in die 2. Luftmasche ab der Nadel (1) und arbeiten Sie eine feste Masche in diese Luftmasche (2, 3). Häkeln Sie eine feste Masche in jede Luftmasche laut Anleitung. In der letzten Masche vor dem Wenden nehmen Sie normalerweise eine Masche zu (4). Drehen Sie nun Ihre Arbeit um und arbeiten Sie an der Unterseite der Luftmaschenkette weiter. Es steht nur ein Maschenglied zur Verfügung.Stechen Sie Ihre Nadel einfach in dieses Maschenglied (5). Häkeln Sie eine Masche in jede Luftmasche. Die letzte Masche sollte neben der 1. gehäkelten Masche liegen (6). Ab jetzt können Sie in Spiralen weiterarbeiten.

In das vordere Maschenglied (ivM) und in das hintere Maschenglied (ihM) einstechen
Wenn Sie häkeln, liegen bei der fertigen Masche 2 Schlingen obenauf, das vordere Maschenglied vor Ihnen (1) und das hintere Maschenglied (2) dahinter. Wenn Sie nur ins vordere oder nur ins hintere Maschenglied einstechen sollen, lassen Sie das jeweils andere Maschenglied unberührt. Häkeln Sie die Masche wie gewohnt, jedoch nur durch ein Maschenglied.

Reliefstäbchen vorne oder hinten (RStbh bzw. RStbv)
Ein Reliefstäbchen wird vorne oder hinten um eine andere Masche der Vorrunde oder Vorreihe gehäkelt. Dabei stechen Sie mit der Nadel also nicht unter die oberen Maschenglieder (das V), sondern um den senkrechten Teil der Masche in der Vorrunde oder -reihe. Wickeln Sie den Faden von hinten nach vorne um die Nadel und stechen Sie die Nadel wie auf der Abbildung in die nächste Masche ein. Wickeln Sie den Faden um die Nadel und holen Sie den Faden durch die Maschen. Jetzt liegen 3 Schlingen auf der Nadel. Wickeln Sie den Faden noch einmal um die Häkelnadel und ziehen Sie den Faden durch die ersten beiden Schlingen auf der Nadel. Holen Sie den Faden erneut und ziehen Sie ihn durch die 2 verbliebenen Schlingen auf der Nadel. Fertig ist das Reliefstäbchen.

Auf der Rückseite einer Luftmaschenkette häkeln
Im Normalfall wird in die Vorderseite einer Lm-Kette gearbeitet, die wie eine Reihe aneinanderhängender ”Vs“ aussieht (1). Wenn Sie die Lm-Kette umdrehen, können Sie auf der Rückseite jeder Masche einen kleinen ”Höcker“ erkennen (2 – blaue Markierung). Stechen Sie mit der Nadel unter diesem Höcker ein und häkeln Sie die Masche so, wie Sie es gewohnt sind.

Noppen
Noppen sind gewünschte kleine Erhebungen im Häkelbild. Stellen Sie sich diese Noppen einfach als ein Büschel Maschen vor, das in dieselbe Masche gearbeitet wurde. Hier häkeln wir eine Noppe aus 3 Stäbchen. Natürlich können Sie die Noppe auch aus mehreren Stäbchen arbeiten. Wickeln Sie den Faden von hinten nach vorne über die Nadel. Stechen Sie die Nadel jetzt in die nächste Masche ein (1). Holen Sie den Faden und ziehen Sie ihn durch die Masche. Nun haben Sie 3 Schlingen auf der Nadel. Holen Sie den Faden erneut und ziehen Sie ihn durch die ersten beiden Schlingen auf der Nadel. Nun haben Sie das 1. halbfertige Stäbchen gehäkelt. Auf der Häkelnadel liegen jetzt noch 2 Schlingen. Wiederholen Sie diese Arbeitsschritte zweimal ab Anfang in dieselbe Masche (2). Nun haben Sie noch 4 Schlingen auf der Nadel. Holen Sie den Faden und ziehen Sie ihn durch alle 4 Schlingen (3). Nun haben Sie eine Noppe aus 3 Stäbchen gearbeitet. Häkeln Sie einen Noppe aus so vielen Stäbchen wie in der Anleitung angegeben.

Pikot
Häkeln Sie 3 Luftmaschen. Stechen Sie mit der Nadel in die 1. Luftmasche (1), holen Sie den Faden und ziehen Sie ihn durch beide Schlingen auf der Nadel. Ein Pikot ist fertig (2).

Kettenstich
Der Kettenstich sieht wie eine Luftmaschenkette aus, die wir als Verzierung arbeiten. Machen Sie einen Knoten in den Faden. Stechen Sie die Nadel durch die 1. Lücke, wickeln Sie den Faden um die Nadel und ziehen Sie ihn durch die Masche (1). Stechen Sie dann die Nadel durch die folgende Lücke, wickeln Sie den Faden um die Nadel (2) und ziehen Sie ihn durch die Masche und die Schlinge auf der Nadel. Dies ist der Anfang der Luftmaschenkette. Wiederholen Sie diese Schritte bis zum Ende ihres Häkelstücks (3).

Oberflächenhäkeln mit Stäbchen
Beginnen Sie wie beim Häkeln einer Luftmasche. Legen Sie das Garn zu einer Schlinge, ziehen Sie den langen Faden mit der Häkelnadel durch die Schlinge und ziehen Sie die Schlinge fest. Wickeln Sie den Faden um die Nadel und stechen Sie hinter der Masche durch, mit der Sie beginnen möchten (1). Wickeln Sie den Faden über die Nadel und ziehen Sie ihn durch die Masche (2). Jetzt liegen 3 Schlingen auf der Häkelnadel. Wickeln Sie den Faden erneut um die Nadel und ziehen Sie ihn vorsichtig durch 2 Schlingen auf der Nadel (3). Wickeln Sie den Faden ein letztes Mal über die Nadel und ziehen Sie ihn durch die verbliebenen 2 Schlingen (4).

Unsichtbarer Farbwechsel
Wenn Sie von einer Farbe zur nächsten wechseln wollen, häkeln Sie bis 2 Maschen vor dem gewünschten Farbwechsel. Arbeiten Sie nun die nächste Masche wie gewohnt, ziehen Sie aber die letzte Arbeitsfadenschlinge nicht durch die Schlingen auf der Nadel (1), sondern schlingen Sie den Faden in der neuen Farbe um Ihre Nadel (1) und ziehen diesen durch die auf der Nadel verbliebenen Schlingen (2). Für einen sauberen Übergang können Sie auch als 1. Masche in der neuen Farbe eine Kettmasche anstelle einer festen Masche häkeln. Ziehen Sie den Faden der Kettmasche nicht zu fest an, da das Einstechen in diese Masche sonst in der nächsten Runde schwierig werden könnte. Verknoten Sie am Schluss noch die beiden Endfäden auf der Rückseite der Arbeit. Sie verschwinden im Inneren.

Abketten und Vernähen
Wenn Sie fertig sind, schneiden Sie einen Endfaden mit einigen Zentimetern Länge ab. Ziehen Sie diesen Faden komplett durch die letzte Schlinge (1). So haben Sie einen Knoten gemacht. Fädeln Sie den Endfaden nun mit einer stumpfen Stopfnadel durch das hintere Maschenglied der folgenden Masche (2). Dadurch wird Ihr Abschlussknoten unsichtbar bleiben. Mit diesem Endfaden können Sie auch die einzelnen Teile Ihres Amigurumis zusammennähen.

Fertigstellen
Zuerst sollten Sie die Teile, die Sie zusammennähen möchten, mit Stecknadeln aneinanderstecken. So können Sie sehen, ob die Teile zusammenpassen, und diese gegebenenfalls noch ein wenig ändern. Wenn möglich, verwenden Sie den übrig gebliebenen Endfaden oder einen neuen Faden in der Farbe jener Teile, die Sie verbinden möchten.
Wenn Sie offene Teile verbinden möchten: Positionieren Sie das Teil am Körper und nähen Sie entlang der Öffnung, jeweils durch die vorderen Maschenglieder.
Wenn die Öffnung vor dem Annähen geschlossen wird, können Sie die Teile Masche auf Masche legen und durch das vordere Maschenglied am Körper und das hintere Maschenglied am Körperteil nähen. Machen Sie kleine, saubere und möglichst unsichtbare Stiche.
Achten Sie immer darauf, dass alle Teile fest miteinander verbunden sind, damit sie nicht abgerissen werden können, vor allem, wenn Sie Amigurumis an Kinder verschenken.